Hintergrund —

Immer in Bewegung

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Foto: Georg Stockinger

Leben und Beruf

In meiner Kindheit und Jugend bin ich häufig umgezogen und meine Familiengeschichte war von tragischen Ereignissen überschattet. Ich wuchs in einer belasteten Atmosphäre auf und fühlte mich als Jugendliche und junge Erwachsenen häufig seltsam. Immer wieder erlebte ich ‚innere Zerreissproben‘, wie ich es damals nannte, verbunden mit eigenartigen körperlichen Befindlichkeiten und fragte mich: Was ist los mit mir?‘

Auf die Idee, dass das etwas mit meiner Lebensgeschichte zu tun haben könnte, kam ich erst sehr viel später, denn zunächst erschien mir das, was ich erlebte, normal. Ich kannte ja nichts anderes.

Oft stand ich neben mir während ‚Zerreissproben‘ in mir stattfanden. Das, was in mir vor sich ging, verbarg ich gut, so dass es außen kaum jemand mitbekam. Gleichzeitig beobachtete ich mich genau. Und obwohl es schmerzlich und einsam war, hat es mich auch neugierig gemacht und meinen Forschergeist geweckt.
Was ist das? Wie kann ich damit umgehen? Wie komme ich da raus?

Es entwickelten sich drei Ebenen, auf denen ich ‚forschte‘.

  • Ausdruck: malen, Musik machen, tanzen, Gedichte schreiben, Beschäftigung mit Film, Kunst, Literatur.
  •  Innere Erfahrung: Körperarbeit, Bewegung, Meditation, spirituelle Lehren, eigene Therapie.
  • Äußere Quellen: Studium, Ausbildungen, Seminare.

 

So hat mich meine Neugier u.a. in verschiedene Ausbildungen, vom Studium der Ethnologie und Philosophie über den Tanz, zu Bewegungsanalyse und Body-Mind Centering® und schließlich zu Somatic Experiencing® geleitet.

Die wechselseitige Ergänzung dieser unterschiedlichen Zugänge wurde zur Grundlage für die forschende Neugier, die meinen beruflichen Werdegang geprägt hat. Und sie trägt auch heute noch zu meiner Art, den Therapieprozess zu gestalten, bei.

Und so kam SE® dazu

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Es gab einen Moment, in dem mir klar wurde: “Ich bin einfach nur traumatisiert“. Da war ich 49 Jahre. Kurz später kam Somatic Experiencing® in mein Leben, zunächst als Therapie und ziemlich bald begann ich mit dem SE®- Training.

Was ich da lernte passte genau zu meinen Erfahrungen und dem vielfältigen Wissen, das ich mir angeeignet hatte. Es war eine Antwort auf einer anderen Ebene, eine Antwort, nach der ich lange gesucht hatte. Meine Erfahrungen wurden neu und anders verstehbar.

Der Weg dahin war lang und nicht einfach. Aber er hat mir einen bewussten Erfahrungsschatz in Bezug auf das innere Erleben von Traumatisiertsein gebracht. Er hat mir die Fähigkeit gegeben, die unterschiedlichen ‚Verkleidungen‘ zu erkennen, in denen Traumafolgeerscheinungen sich äußern und er hat mir ermöglicht mit Menschen, die diese seltsamen und irritierenden Erfahrungen machen, zu arbeiten. Denn ich weiß jetzt, dass man Wege finden kann, dieses Erleben spürend zu verstehen und darauf einzuwirken.

Ich bin unendlich dankbar, dass ich Somatic Experiencing® gefunden habe, Dr. Peter Levine begegnet bin und viel von ihm lernen konnte. Die Methode, die er entwickelt hat, gibt nun schon seit vielen Jahren eine Basis und einen Rahmen, in dem all meine Erfahrungen, meine Ausbildungen und die unterschiedlichen Spuren, denen ich gefolgt bin, zusammenfinden und zusammenwirken.